Friday, December 09, 2016

Warum erinnert mich die CDU an Karl-May-Geschichten?

Frau Dr. Angela Merkel wurde beim letzten Bundesparteitag der Christlich-Demokratischen Union Deutschland (CDU) mit knapp unter 90 Prozent der Delegiertenstimmen erneut zur Bundesvorsitzenden dieser Partei gewählt.

Was hat das mit Karl-May zu tun?

Sehen wir uns doch einfach mal an, wie sich die Delegierten des Bundesparteitags zusammen setzen bzw. wer da so in trauter Runde zusammen sitzt. Es sind in allererster Linie Mandatsträger aus Bundes-, Landes- und Europapolitik. Also Menschen, die ich getrost als Alpha-Tiere bezeichnen kann. Jede und jeder dieser Delegierten hat schon so manche Schlacht um sein/ihr Amt geschlagen und würde sich sicherlich nicht so leicht über den Mund fahren lassen, daheim im Wahlkreis, weil es sich um gestandene Männer und Frauen handelt.

Ebenso um gestandene Männer handelt es sich bei den Charakteren aus den Karl-May-Romanen, ob sie nun Sam Hawkins, Hadschi Halef Omar, Hobble Frank, Trapper Geierschnabel, Wokadeh, Donnerpfeil, usw. heißen. Bevor diese Nebenfiguren auf die Hauptakteure treffen, also Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, vollbringen sie zumeist einige Heldentaten im Alleingang und zeigen so dem Leser, dass es sich durchaus um gestandene Mannsbilder handelt.

Doch was geschieht, wenn diese gestandenen Mannsbilder auf die Helden treffen? Nicht nur, dass sie sich völlig und klaglos unterordnen und die Autorität wie selbstverständlich anerkennen. Nein, sie begehen plötzlich Fehler in Situationen, die sie ohne die Helden wahrscheinlich locker gemeistert hätten. Oft sind sie kläglich und hilflos.

Genauso erscheinen mir die Delegierten, die nun Frau Dr. Merkels Autorität zum wiederholten Male bestätigt haben. Genauso erscheinen mir auch die Minister und Abgeordneten der Koalition. Ohne Merkel sind sie Führungskräfte, kennen jeden Kniff, sind es gewohnt selbständig zu handeln und die Folgen ihres Handeln abzuschätzen.

Kaum treffen sie auf Merkel, ist es aus mit dem Glanz. Angie bestimmt wo es lang geht, was zu tun ist.

Hier enden leider die Gemeinsamkeiten. Old Shatterhand meistert jede Situation, Frau Dr. Merkel vermasselt sie hingegen. Nicht bei den Flüchtlingen, denen sie eine helfende Hand gereicht hat, doch die Liste gesetzgeberischer Fehlleistungen ist lang, die Merkel zu verantworten hat.

Die Energiewende war unnötig überhastet, die Eurorettung war keinesfalls so alternativlos, wie dargestellt, die Vorratsdatenspeicherung ist trotz mehrfacher Niederlagen vor dem BVerfG und dem EuGH nicht tot zu kriegen. Die Erbschaftssteuerreform entwickelt sich zur Lachplatte in Endlosschleife, Maut und Betreuungsgeld dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Doch Sam Hawkins, Hobble Frank und Geierschnabel stehen im Bann ihres Idols und erkennen nicht, dass sie sich auf dem Holzweg befinden.